They are the United Kingdom!

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Am einundreißigsten Jänner dieses Jahres hat Großbritannien das Brüsseler Gebilde nach jahrelangem Zaudern verlassen. Noch muß die künftige Beziehung ausverhandelt werden, der Handel, die Reise- und Niederlassungsbedingungen, aber Britannien ist hochoffiziell nicht mehr Teil des Gebildes.

They are the United Kingdom. Vieles läuft auch jenseits des Ärmelkanals schief, Die verordnete politische Korrektheit feiert ebenso dort fröhliche Urständ wie in unseren Gefilden, aber eine Fessel ist gesprengt worden. Das Zentralkomitee, sowie der oberste Sowjet in Brüssel tobten. Prawda war oft beleidigend, grob. Wie kann man nur! Dieses ach so friedensstiftende Projekt der Gleichmacherei, das aufgrund der aufoktroyierten, vergemeinschafteten Zahlungseinheit größtmöglichen Unfrieden zwischen den Ländern stiftete, als diese ins Wanken geriet und man mit einem „Rettungsprogramm“ Griechenland demütigte, das bis heute tiefe gesellschaftliche Verwerfungen aufgrund eiskalter Sparprogramme verarbeiten muß. Wie es vielen Menschen in Hellas geht, davon erfährt man von Prawda natürlich nichts. Ein nur in Zahlen vorhandener „Aufschwung“ kommt nicht bei den Bürgern an.

Es soll aber um Großbritannien und seinen erfolgten Austritt gehen. Zwotausendsechzehn entschied man in einer Volksabstimmung, das Gebilde zu verlassen. Anstatt daß das Gebilde den Schuß vor den Bug verstanden hätte, erstarren dessen Machthaber in ihrer ideologischen Verblendung. Ein durch Zwang und Bevormundung vereinheitlichtes Allerweltsetwas, das jedem in diesem Erdteil Heimat zu nehmen gedenkt, damit ein „neuer Mensch“ entstehe, muß auf Gedeih und Verderb geschaffen werden. Im Grunde die Wiederauflage des roten Traums, der bereits in unseren verschwägerten östlichen Nachbarn 1989 kläglich gescheitert ist.

They are the United Kingdom. Es war zuviel an Ideologie, zuviel an Zwang, etwas, das jenseits des Ärmelkanals trotz aller neumodischen Neurosen des Korrekten, Guten und (Selbst)gerechten, gar nicht geschätzt wird.

Niemand der Machthaber hat verstanden, daß eine Gemeinschaft unabhängiger Nationen mit dem Anspruch, den Menschen und ihren Bedürfnissen zu dienen, mit all den Vorteilen, die Freier Handel, freier Warenverkehr, Reise- und Niederlassungsfreiheit, Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Sicherheit bieten, tatsächlich von der Mehrheit, auch in Großbritannien, gewünscht und angenommen würde. Zusammenarbeit ohne ideologischen Irrsinn der Gleichmacherei und Bevormundung.

Jetzt herrscht zumindest Klarheit. Für uns kleine Länder ist es eine Tragödie, da wir Österreicher zusammen mit unseren verschwägerten ebenso kleinen Nachbarländern, von den Großen Gallien und Germanien wie ein Insekt zermantschgert, dafür aber mehr zur Kasse gebeten werden. Nun können die Großen ihren vergemeinschaftenden Wahnsinn durchziehen, ohne die ständigen britischen Einwände. Großbritannien war immerhin der dritte, skeptische, Große im Bunde, der uns vor allzu Argem bewahrt hat.

They are the United Kingdom. Sie werden sicher andere Wege finden, ihren Wohlstand zu erhalten. Ich wünsche ihnen viel Erfolg. Good luck, Britain!

Fluchtachterl. 4. Februar 2020

Zwanzgajoah

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Jetzt sind sie ins Land gezogen, die Zwanzgajoah. Im vorigen Jahrhundert sollen sie sehr berauschend gewesen sein, gar wild, die Musik, all die anderen Künste blühten, die Sitten wurden angenehm frei, die Zwanzga des zwanzigsten Jahrhunderts als prickelnder, berückend anmutiger Tanz auf dem Vulkan. Nach der Katastrophe eines Weltenbrandes und angesichts des Menetekels eines neuerlichen Weltenfeuers. Kunstvolle Dekadenz in gerade richtiger Ausprägung. Die Schatten der unheilvollen Dreißiger waren bereits wahrnehmbar. Aus diesem Grund stürzte man sich in Vergnügungen, ein wenig lasziv, stets die Ästhetik wahrend.

Im vorhergehenden Jahrhundert waren die Zwanziger in Österreich das letzte Aufbäumen der Freiheit, geprägt von oft gewaltsamen politischen Konflikten zwar, dennoch wurde unserer Nation die Verfassung geschenkt, sowie das allgemeine Wahlrecht. Trotz all dem politischen Zwist, dem Toben von Ideologien, war das Wort, geschrieben wie gesprochen, frei.

Die Zwanziger unseres Jahrhunderts? Weniger bis kaum prickelnd oder gar anmutig. Es blüht nichts, es sei denn verordnete, öde Propaganda, gleichgeschaltete Prawda, Häßlichkeit allerorts und Verbote, sowie Gewalt an der Sprache. Die veröffentlichte Kunst ist größtenteils langweilig in ihrer von der Macht emporgehobenen, abstoßenden Unschönheit. Die Sprache wird zusehends hohl, vegetiert auf Papier, im Äther, oder im elektronischen Virtuellen, ohne noch etwas auszudrücken. Ihre urgeigendste Kraft hat man ihr genommen, sie von innen ausgenommen, bis auf die Schale ausgekratzt.

Einhergehend mit der Gewalt an der Sprache, setzt die Schere der neuen Paragraphen dem freien Wort den Todesstoß. Dumpf und öde der stets gleiche Ton Prawdas! Dumpf und öde die einpeitschend geplärrten Parolen, die ihr mitlaufendes Fußvolk auf der Straße nachgrölt und auf Fetzentransparente schmiert. Nicht daß die Gegenstimmen feiner gewebt wären, im Gegenteil. Sie stehen dem herrschenden Ungeist um nichts nach.

Die Zwanziger des einundzwanzigsten Jahrhunderts sind nicht das letzte Zucken von Freiheit in all ihren schillernden bis eleganten Facetten, sondern plump, geistlos und gewöhnlich. Nicht die Endzeitstimmung als Überfeinerung des Zivilisierten, sondern das derbe Grobe, das keinerlei Ablenkung vom am Horizont dräuenden Menetekel mehr zuläßt.

Die Freiheit ist bereits abhanden gekommen. Der Wohlstand wird folgen, mitsamt dem, was wir einst als vertrautes Zuhause hatten. Die derbe Gewöhnlichkeit macht diese beginnenden Zwanzgajoah so unappetitlich, daß sie kaum zu ertragen sind.

Fluchtachterl, Jänner 2020

 

 

 

 

 

 

So schaut’s aus!

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„Als er mir erzählte, wie toll es sei, Nutte zu sein, daß, wenn man es schlau anstelle, dabei viel Geld herausspringe, und man nachher bei durch Kungelei geschaffenen Jobs so richtig absahnen könne, beschloß ich, auch in die Politik zu gehen!“

Abendland ohne Liebe

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„Weiter, die ganze Gestalt jedes Menschen war damals rund. Der Rücken und die Seiten bildeten eine Kugel. Der Mensch hatte also vier Hände und vier Füße, zwei Gesichter drehten sich am Halse, und zwischen beiden Gesichtern stak ein Kopf, aber der Kopf hatte vier Ohren.

[…]Und gleich den Gestirnen, denen sie eingeboren sind, waren sie rund, und auch ihre Bahn, wenn ihr wollt, lief im Kreise. Groß und übermenschlich war ihre Kraft, ihr Sinnen war verwegen, ja sie versuchten sich sogar an den Göttern. Was Homer von Ephialtos und Oros erzählt, sagt man auch von diesen Menschen: sie wagten den Weg zum Himmel und wollten sich an den Göttern vergreifen: Zeus aber und alle Götter erwogen, was sie dagegen tun sollten, und waren recht in Verlegenheit, denn sie konnten weder alle Menschen töten und wie einst die Giganten mit dem Blitze das ganze Geschlecht niederschlagen – da wäre es auch mit allem Götterdienst und den Altären vorbei – noch deren Übermut hingehen lassen. Da fiel es aber Zeus ein, und er rief: Ich habe das Mittel gefunden, die Menschen leben zu lassen und doch ihrem Übermut für immer ein Ende zu machen: ich werde jeden Menschen in zwei Teile schneiden.“

Platon, Gastmahl, Übersetzung von Rudolf Kassner, S. 28.

Demnach, so die Vorstellung aus dem alten Hellas, sucht der Mensch seine zweite Hälfte, um mit ihr wieder eins zu werden, wobei nicht einmal das Geschlecht eine Rolle spielt.

Betrachtet man den westlichen Menschen von heute, ist er von dem Streben nach Einswerden mit anderen weiter entfernt denn je. Das Bedürfnis nach Angenommenwerden, gegenseitiger Zuwendung und Fürsorge wird stets mehr durch eine vom Materiellen abhängigen Gesellschaft abgewürgt. Statt dem Streben, die im Menschen von Natur vorhandenen Instinkte zu Höherem emporzuheben, wird versucht, sie auf niedrigsten Ebenen zu halten.

Nicht daß in früheren Zeiten das Streben nach Einswerden mit anderen Menschen im Abendland besonders im Mittelpunkt der Wertvorstellungen gestanden hätte, dazu waren die Moralbegriffe viel zu eng gefaßt. Dem Bedürfnis nach Liebe, nach gegenseitigem Einswerden, war zwar stets in den meisten Menschen vorhanden, mußte aber aufgrund gesellschaflticher Zwänge unterdrückt werden.

Als ab den Sechzigern des zwanzigsten Jahrhunderts gesellschaftliche Veränderungen, sowie steigender Lebensstandard für einen Großteil der Menschen, augenscheinlich freiere Lebensgestaltung ermöglichten, hätte eine Gesellschaft entstehen können, die die seelischen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt.

Dies geschah nicht! Anstatt sich in genannte Richtung weiterzuentwickeln, hat in Westeuropa und teils in Nordamerika eine seltsame Symbiose stattgefunden. Eine aus Ochtasechzg (68) hervorgekrochene, herrschende politische Kaste, die die tonangebenden Medien beherrscht, sowie die veröffentlichte Kunst bestimmt, hat mit einer völlig außer Kontrolle geratenen Banken- und Finanzwelt und einem ungezügelten Welthandel von zu Monopolen tendierenden Firmengroßkonglomeraten einen unheiligen Pakt geschlossen. In Österreichs verschwägerten Nachbarländern hat aufgrund der schmerzvollen Erfahrung mit dem Kommunismus nur zweiteres die Gesellschaft in Geiselhaft genommen. Beiden Kräften, sowohl der linken politischen, als auch der völlig unkontrollierten wirtschaftlich- monäteren, ist der sich selbst achtende Mensch als mitfühlendes, liebesfähiges Individuum ein Dorn im Auge, er darf sich nicht zu einem solchen entwickeln. Die von den politisch die Gesellschaft dominierenden Linken vorgegaukelte „Menschenliebe“ ist unecht, aufgesetzt und wird aus rein ideologischen Motiven manipulativ eingesetzt, hat mit Liebe zu anderen Menschen im wahren Sinne nichts zu tun.

Die heute aus Emporkömmlingen von Ochtasechzg (68) bestehenden Eliten und ihren Handlangern geschaffene Gesellschaft hat eine seelische Verwahrlosung geschaffen, die alles andere als gesund für die seelische Entwicklung der Menschen im Okzident ist, sowie die Möglichkeit Liebe zu erfahren verhindert.

Ochtasechzg, das heute als ach so „befreiend“ dargestellt wird, war keineswegs ein Aufstand zur Befähigung des Individuums zu einem freien, selbstbestimmten, fühlenden, zu Liebe fähigen Menschen, sondern der Radau hysterisch brüllender Jugendlicher aus bürgerlichem Hause, die, vom bereits vorhandenen Wohlstand gelangweilt, sich im Marxismus versuchten, wobei so einiges in Flammen aufging. In Österreich wurde bloß öffentlich defäkiert und masturbiert, was zwar äußerst unappetitlich war, aber öffentliches und privates Gut vor Zerstörung bewahrte.

All die Entwicklungen des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts, von Ochtasechzg, über die zur heute in Westeuropa marxisitsch beeinflußte Politik, bis hin zu einem völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschafts- und Geldsystem, beruhen auf Ideologien, die erstens nur Unglück über unser Abendland gebracht haben und zweitens den Menschen als Objekt betrachten, jedennoch nicht als einzigartiges, zu Liebe fähiges Individuum.

Dabei wäre das Abendland aufgrund seines geistigen Erbes der Kulturkreis, der am ehesten dazu fähig wäre, den Menschen als Individuum zu sehen und ihm eine Entwicklung zu Einzigartigkeit, geistiger sowie seelischer Gesundheit und damit einhergehender Liebesfähigkeit zu ermöglichen. Das Gegenteil ist der Fall!

Das in der heutigen Zeit im Abendland herrschende System benötigt einigermaßen gleich funktionierende, indoktrinierte Objekte, die nach Belieben hin- und hergeschoben werden können und keine Individuen. Der zu Liebe fähige Mensch würde dem im Wege stehen. Es wird den Menschen zwar eingeredet, sie wären einzigartige, unverwechselbare Individuen, aber in Wahrheit werden sie gegängelt, indoktriniert, belogen, betrogen und durch verschiedenste Formen der Beeinflussung gefügig gemacht.

Der zu Liebe fähige Mensch ist das Gegenteil des gegängelten Objektes von heute. Gleich den Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts, betreibt die derzeit herrschende Kaste ein Räderwerk zur Gleichmacherei und Gefügigkeit. Allem Anschein nach bewegen wir uns in der westlichen Welt in eine Zukunft, wie sie Aldous Huxley in seinem dystopischen Roman „Schöne neue Welt“ beschrieben hat.

Unsere Zeit ist lieblos. Eine angebliche „sexuelle Befreiung“ befreite einzig die Pornoindustrie, die den Zweck erfüllt, den Menschen durch ständiges Reizen des Geschlechtstriebes vom Streben nach Liebe abzubringen. Kalte, künstlich ästhetisierte Körper als Vorbild, das es nachzuahmen gilt, wobei die Vorgaben von natürlich gewachsenen Menschen kaum, oder nur durch äußerst selbstausbeuterische Anstrengung erreicht werden können. Betrachtet man Akte oder sogenannte „Erotica“ aus früheren Epochen, stellt man fest, daß man sich heute in der Idealvorstellung vom natürlichen menschlichen Körper sehr weit entfernt hat.

Weiters wurde anstatt des Beischlafs als Ausdruck von Liebe zwischen zwei Menschen, der rein an den Körper gebundene „Sex“, der noch Empfindungen der Sympathie, des gegenseitigen Wohlwollens, sowie der Lust aneinander beinhaltete, als erstrebenswert erklärt, der wiederum zur gewöhnlichsten Triebabladung, dem Ficken, herabgesetzt wurde. Letzteres ist die heute vorherrschende Strömung.

Selbstverständlich gab es zu jeder Epoche Formen des Triebauslebens, doch hat man sie in der heutigen Zeit als erstrebenswert erklärt, was unbestreitbare Schäden in den abendländischen Gesellschaften verursacht. Noch nie war der Hunger nach Liebe in Form von Angenommenwerden, gegenseitiger Zuwendung und Fürsorge zwischen Menschen größer. Kitschige Filme, oft mit infantilem Handlungsstrang, Unterhaltungsmusik, von häufig nicht minder einfältigem Inhalt, tragen Zeugnis von durch eine einschlägige Industrie fehlgeleiteten Sehnsüchten.

Mit dem wachsenden Wohlstand für die bereite Bevölkerung, sowie dem wachsenden Bildungsgrad, hätte das Abendland die Möglichkeit gehabt, eine Gesellschaft zu formen, die aus sich selbst achtenden Individuen besteht.

Anstatt sich in genannte Richtung weiterzuentwickeln, hat in Westeuropa und Nordamerika eine seltsame Symbiose stattgefunden. Eine aus Ochtasechzg hervorgekrochene, herrschende politische Kaste, die die tonangebenden Medien beherrscht, sowie die veröffentlichte Kunst bestimmt, hat mit einer völlig außer Kontrolle geratenen Banken- und Finanzwelt und einem ungezügelten Welthandel von zu Monopolen tendierenden Firmengroßkonglomeraten einen unheiligen Pakt geschlossen. In Österreichs verschwägerten Nachbarländern hat aufgrund der schmerzvollen Erfahrung mit dem Kommunismus nur zweiteres die Gesellschaft in Geiselhaft genommen.

Die von den politisch die Gesellschaft dominierenden Linken vorgegaukelte „Menschenliebe“ ist unecht, aufgesetzt und wird aus rein ideologischen Motiven manipulativ eingesetzt und hat mit Liebe im wirklichen Sinn nichts zu tun.

Was hat man aus uns gemacht?

Verinselte, von ihrem inneren Seelenleben abgeschnittene, von Zuspruch durch die „Gesellschaft“ abhängige Wesen, deren Instinkte auf schnelle Befriedigung getrimmt wurden und werden. Stets höhere Reizüberflutung soll dafür sorgen, daß die Menschen sich selbst und den anderen fremd bleiben. So sehr, daß kaum jemand es mehr ertragen kann, in Stille und ohne jeglichen Reiz von außen mit sich alleine zu sein.

Selbst in Gesellschaft ist der abendländische Mensch einsam. Da er keine Zugänge zu sich selbst findet, bleibt er verinselt, innerlich leer, auch in Beziehungen bis diese an der Leere beider Beteiligter zerbrechen.

Auf diese Weise frißt sich die Einsamkeit des heutigen westlichen Menschen tief ins Innere, Biß für Biß. Es bleibt ein ausgehöhltes, lebloses Inneres. Der innen ausgehöhlte, bereits zum verfügbaren Objekt, zur Maschine, gewordene Mensch ist das erwünschte Modell. Wer sich dem entziehen kann, sich sein Inneres Lebendiges zu bewahren imstande ist, nimmt seine Umgebung nur mehr als völlig fremd, abgerückt und unwirklich wahr. Einsam bleibt auch er, allerdings mit einem lebendigen Kern in sich, der fortwährend Schaden durch seine Umgebung erleidet.

„Ich liebe diese Welt nicht. Ich liebe sie ganz entschieden nicht. Die Gesellschaft, in der ich lebe, widert mich an; die Werbung geht mir auf die Nerven…“

Michel Houellebecq, Ausweitung der Kampfzone, S. 90

Jene, die sich noch einen Rest an innerer Lebendigkeit erhalten können, es werden stets weniger, erleben im Laufe ihres Lebens irgendwann einen unsagbar dornigen Weg in die Verbitterung. Spätestens nach einem Erlebnis des Verlassenwerdens, da man den oberflächlichen Ansprüchen des Partners nicht genüge getan hat und die schlechten Zeiten in die völlige Abgetrenntheit von der Umgebung, von den Weggefährten der guten Tage, der ganzen Gesellschaft, führen. Eine Zeit lang mögen sie mit Betäubungen durch oberflächliche Vergnügen, deren gerade die heutige Zeit unzählige anbietet, überleben können bis zu einem gewissen Zeitpunkt, an dem die Seele, das Innere, dermaßen heftig aufschreit, daß ein Zusammenbruch erfolgt. In diesem Fall wird die Maschine Mensch mittels Pharmaindustrie und „Therapien“ wieder zum Funktionieren gebracht. Noch nie gab es eine dermaßen große Anzahl an Behandlungen, die weit über das Maß der notwendigen Versorgung bei wahren psychischen Leiden hinausgeht. Stets mehr Menschen leiden an schwerster Melancholie.

Diese Entwicklung ist von den an den Schalthebeln unserer abendländischen Gesellschaften sitzenden Führungskasten gewollt. Ein zu Selbstliebe und dadurch zur Liebe zu anderen Menschen fähiges Individuum wird sich nicht zu einem beliebig einsetzbaren Objekt machen lassen, das sich womöglich auch örtlich nach Gutdünken der Führungsschicht verschieben läßt.

Die allerorts zu jeder Tages- und Nachtzeit hinaustrompetete Propaganda preist die Zerstörung der Familien als Keimzelle der Gesellschaft, indem diese als überholt, „reaktionär“ und gestrig herabgesetzt wird. Weiters wird die Trennung anstatt des Zusammenbleibens beworben, das Wechseln der Partner anstatt des Strebens, jenen Menschen zu finden, der die Ergänzung zu einem selbst darstellt und mit dem das Leben zu einer unauflöslichen Partnerschaft führt. Teil dieser Propaganda ist selbstverständlich die Unterhaltungsindustrie, die mit ihren Mitteln auch die Trennungen schmackhaft zu machen sucht, dies mit Erfolg. Verwirrte, verunsicherte und am Ende isolierte Menschen bleiben in wachsender seelischer Verkümmerung zurück.

Zusätzlich erfolgt eine völlig absonderliche Überbewertung des rein Fleischlichen, wobei die Hemmschwellen der einschlägigen Filmindustrie bereits unterhalb jeglicher Schamgrenze angelangt sind. Die Reize werden stets gesteigert, dergestalt dass die Menschen eine völlig künstlich verfälschte Vorstellung von Geschlechtlichkeit entwickeln.
„Für das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft, für das Weiterleben des Wettbewerbs, ist es erforderlich, daß die sinnliche Begierde zunimmt, sich ausbreitet und das Leben der Menschen verzehrt.“

Michel Houellebecq, Elementarteilchen, S. 182

Nach derzeitigem Ermessen werden sich diese Entwicklungen noch verschärfen. Die Möglichkeit, daß das Abendland sich zu Gesellschaften entwickelt, die das freie, zu Selbstliebe und dadurch zur Liebe zu anderen Menschen fähige Individuum hervorbringen, scheint vertan. Nicht bloß für das Abendland, sondern für die Menschheit im allgemeinen. Denn welcher Kulturkreis wenn nicht dieser wäre zu Gesellschaften mit freien, liebsfähigen Menschen fähig. Müßig diese Hoffnung zu hegen.

Andere, kollektivistisch ausgerichte Kulturen, werden dazu nicht imstande sein, ganz zu schweigen von archaisch strengst patriarchalischen Gesellschaften. Ein mehr als betrüblicher Gedanke für die Menschheit.

Die aufgrund gestiegenen Lebensstandards sowie höherer Bildung zu einem großen Teil errungene Überwindung patriachaler Gesellschaftsstrukturen und Hierarchien hätte im Abendland dazu führen können, daß beide Geschlechter sich auf Augenhöhe zu freien, liebesfähigen Menschen entwickeln. Stattdessen wurde eine hysterische Verbotsgesellschaft von „Rühr-mich-nicht-ans“ geschaffen, die gar der Sprache Gewalt zufügt, um eine äußerst befremdliche Ideologie durchzusetzen. Wie sollen Menschen zu Liebe fähig werden, wenn sie Angst haben müssen, aufgrund von Bagatellen vor ideologisch beeinflußten Gerichten zu landen?

Sprache macht den Menschen zum Menschen. Nimmt eine herrschende Kaste den Menschen die Sprache, wie es heute geschieht, verkümmert das Innere, die Seele. Der Verlust der Sprache durch Automatisierung, sowie die engen idoelogischen Korsette der sogennanten „politischen Korrektheit“ in den westlichen Gesellschaften, tragen das Ihre dazu bei, daß Menschen ihre Fähigkeit zu lieben nicht erlangen können.

Digitale Künstlichkeit ersetzt die dem Menschen von Natur aus gegebene Phantasie. Die inneren Bilder und Geschichten werden durch vorgegebene, von Geräten erstellte elektronische, nicht selten von Gewalt geprägte, „virtuelle Welten“ ersetzt. Hat der Mensch keinen Zugang mehr zu seinen inneren Welten, wird er zu einem von äußeren Stimuli abhängigen, leeren Geschöpf.

Diese künstlich erzeugten Bilder schaffen auch ein aberwitziges äußerliches Idealbild von völlig unnatürlicher, makellos erscheinender „Ästhetik“, dem die Menschen nacheifern sollen. Eine unerhörte Täuschung, ein Betrug. Denn Schönheit entsteht erst durch Liebe. Für den liebenden Menschen ist die Schönheit unendlich, von größter Anmut und vollkommen. Diese Liebe hat keine äußeren Ursachen, sie entsteht einzig im Inneren des einen anderen Menschen liebenden Individuums. Der Mensch wird erst durch die Augen des liebenden Menschen schön.

Diese Tatsache wird in den heutigen westlichen Gesellschaften völlig verdrängt. Stattdessen nötigt man mittels der künstlichen Idealbilder den Menschen, zu glauben, diese unecht synthetischen Trugbilder von „Ästhetik“ würden Liebe ermöglichen. Eine der schlimmsten Lügen des herrschenden Systems. Dieses Blendwerk erregt im besten Fall Lust, allgemein bloß fleischlichen Reiz in dem Teil des Gehirns, den wir Menschen mit den Reptilien gemeinsam haben.

Hinzukommend zu der überbordenden Flut an genannten Reizen trägt der stets stärker feststellbare Verlust an Respekt der Menschen untereinander zum Verlust an Liebesfähigkeit bei. Selbst die einst selbstverständlichsten Grundregeln der Höflichkeit gelten nicht mehr. Stattdessen verbreitet sich rotzige Burschikosität, die einen oft zu völlig unnatürlicher Ungezwungenheit nötigt. Menschen, die keine Achtung voreinander und ebensowenig vor sich selbst haben, wie sollen sie jemals Annehmen, Angenommenwerden, gegenseitige Zuwendung und Fürsorge empfinden können?

Die Menschen von heute sind und bleiben zu einem Großteil oberflächlich, ohne Zugang zu ihren eigenen inneren Welten, zu ihrer Seele, zu finden. Sie funktionieren als wirtschaftliche Faktoren, bekommen als Gegenleistung oberflächliche Zerstreuungen jedeweder Art geboten, die sie betäuben.

Waren in früheren Zeiten im Okzident Systeme, die ebenso den Zugang zur Liebe verhinderten, darauf ausgerichtet, patriachale Strukturen, sowie Herrschaft von Fürsten-, Königs- und Kaiserhäusern, ebenso der Kirche, aufrechtzuerhalten, unterdrücken sie heute die Einzigartigkeit des Innenlebens und die Liebesfähigkeit jedes einzelnen Menschen für den Machterhalt eines politisch marxistisch und wirtschaftlich rein monetär geprägten Systems.

„[…]
(Funken des Glaubens inmitten der Gottlosen,
Funken der Liebe im Meer des Ekels),
man weiß nicht wie es kommt, daß diese Funken glitzern)“

Michel Houellebecq, Elementarteilchen, S. 206

Ungeachtet all der widrigen Umstände gibt es noch ein paar wenige Menschen, die zu Liebe und Hingabe an einen anderen Menschen, den Menschen im allgemeinen, imstande sind. Sie werden nicht gesehen. Ihr Dasein in Liebe ist bedroht, ihr Licht flackert nur mehr schwach. Das kleine Zeitfenster in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, das die Möglichkeit zu einer lebenswerteren, liebenswerteren Gesellschaft im Abendland geboten hätte, verstrich völlig ungenutzt, weil die Machthaber es nicht zuließen, wie diese es heute nicht zulassen, daß wir uns zu jenen freien, in sich ruhenden, liebesfähigen Individuen entwickeln, die unsere Kultur zur menschlichsten in der Geschichte hätte werden lassen.

„Inmitten des Selbstmords der westlichen Welt war es klar, daß sie keine Chance hatten.“

Michel Houellebecq, Elementarteilchen, S. 269

Der von seinen eigenen Machthabern verordnete Selbstmord der westlichen Welt läßt uns keine Möglichkeit mehr. Deren widerwärtige Machenschaften zerstören jedes noch so zarte Aufkeimen der Liebe. Niemand kann sich dem entziehen. Verzweifelt suchen Vereinzelte nach dem Strohhalm eines anderen liebenden Menschen, doch vergebens. Das Abendland ist ohne Liebe.

Der Unfreien Spiel der Unterwerfung.

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Die Fistelstimme des Selbstentmannten, der, dürr, vertrocknet sich aufbäumt und das faltig dünne Zeigefingerl gegen alle erhebt, die sich seiner Unterwerfungsdoktrin widersetzen. Verächtlich greint er übers eigene Gefilde und preist das Grobe, Brutale, Grausame der Patriarchate der bärtigen Krummsäbelträger, für deren Bleiben er bis zur Selbstaufgabe eintritt, immer mehr sollen es werden bis alles hier ist wie dort, grob, brutal und grausam. Er wird unter den ersten sein, die dran glauben werden müssen. Die feurig heiße Lust an der eigenen Unterwerfung bis zur Entleibung. Wehe dem, der dies nicht gutheißt!

Triefäugig das wulstige Knackwurstgesicht des Guten und (Selbst)gerechten, der gleich dem selbstentmannten Dürren durch Selbsthaß und -aufgabe die Welt retten möchte. Mit dem eigenen Triefäugigsein jene erpressen, die nicht mitspielen wollen beim Klippenrunterspringen. Mahnt, maßregelt, empfindet auch Neid gegenüber dem Selbstentmannten, der die Doktrin vollkommen am eigenen Leib angewendet hat. Sie und andere lassen weiter die unsagbare Sehnsucht nach Unterworfenwerden aufkochen.

Frau konvertiert, läßt jedes ehemalige Bekenntnis des Frauenkampfes hinter sich, jetzt da sie sich einem der bärtigen Krummsäbleträger unterwerfen darf, völlig und ganz bis von dem Nichts von früher noch weniger übrig ist. Schuld an ihrem Elend der Unterdrückung war nur der jetzt Entmannte der eigenen Kultur, das fremdländische Patriarchat hingegen ist die vollkommene Erfüllung jeder Unterwerfungslust.

Kekse backen für Willkommen und ach die Babies. Diese ersehnten Babies, die Messer zücken, um zuzustechen. Die zu umarmenden Babies für die Frau Gegenstand und Besitz, sonst nichts. Das geht doch nicht! Doch! Lieber sich unterwerfen als zu denen gehören, die man verachtet, die nicht mitmachen wollen beim Abstechenlassen. Irgendjemanden muß man ja verachten, damit die wonnige Unterwerfung einen Grund findet. Das Dogma, das Dogma!

Neidig blickt die Genossin aus dem progressiven Lager auf die Konvertierte und wartet nur auf eine Möglichkeit sich bei einer passenden Solidaritätskundgebung in einen schwarzen Umhang zu hüllen, ihr Haupt zu bedecken. Alles für das Dogma. „Unterwerft Euch gefälligst! So wie ich!“, sagt sie. Unter das Dogma und das lautet Abstechenlassen. Wenn es schon nicht rot gleich sein darf, dann wenigstens soll es verschwinden das Eigene, das woraus man stammt. Bomben legen dürfen nur die mit den Krummsäbeln, das darf nicht bekritelt werden, im Gegenteil, da muß Asche aufs eigene nun zu bedeckende Haupt gestreut werden!

Doch das Spiel geht mit entgegengesetztem Vorzeichen genauso, wenn nicht besser. Wenn „Neu rechts“, in Wahrheit ziemlich alt daher kommend, sich aufplustert als Gegner all der Unterwerfungslust, nichts anderes, wenn nicht schlimmer, nur daß die freiwillige weibliche Unterwerfung gegenüber einem Mann aus eigenem Gefilde erfolgt, der das weibliche Geschlecht in ähnlicher Form sieht, wenn auch auf etwas sublimiertere Art. Er erklärt ihr die Welt, denn diese Art Männer blüht förmlich auf, wenn er ihr etwas erklären kann. Sie nickt. Selbst der größte Unsinn, Unwahrheiten, oder aus Halbbildung herrührende Halbtatsachen werden demütig abgenickt. „Du bist ja so klug“, der Augenaufschlag, der Blick zu ihm hinauf. Der Herd, das Essen, es muß ihm schmecken, denn wenn er etwas bemängelt hängt der Haussegen schief. Die Volks-Frau, ihre Gebärmutter, Frau sein, alles für ihn, der weiß wo’s lang geht. Sie weiß nicht wo er sich dann unterwirft, sich unterwerfen muß, wo es stickig nach Männerschweiß und Bier riecht, Blutflecken am Boden, an der Wand, picken. Das lustvolle Empfinden der wahrlich rechten Männer an den – durch vermeintlich höher über einen Stehende – zugefügten Schmerzen und Demütigungen, im schwülen feuchten Männerkeller. Davon ahnt die Volks-Frau nichts, oder wenn, wird verdrängt. Doch wenn er sagt die Schwuchteln gehörten an den Galgen, nickt sie ergeben.

So soll Abendland offenbar untergehen, weil verwirrte, verworrene Seelen, weibliche wie männliche, getrieben von ihrer feuchten, geilen, Lust an der vollkommenen Unterwerfung alle mitreißen müssen. Haben sie denn keine anderen Wege?

(c) Fluchtachterl 2019

Vom eigenen Kanzler weggeputschte Regierung, beleidigte Leberwürste , Übergangsregierungen

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Der Reihe nach: nach dem Schlammvideo von Ibiza, löste Jungspund die Koalition auf, rief Neuwahlen aus, nachdem er auf die Absetzung des Kornblumen-Innenministers bestand, sich Koalitionspartner daraufhin weigerte und samt und sonders ausschied. Die Minister der zivilisierter als zuvor auftretenden Kornblume, mit der Jungspund die Koalition gebildet hatte, wurden durch Experten ersetzt. Jubel bei den Guten und (Selbst)gerechten. Anschließend begehrte die Kleinstpartei des Schwammerls (einst salatblattfarben), eine von den noch Besseren und noch (Selbst)gerechteren, einen Mißtrauensantrag gegen Jungspundkanzler. Zusammen mit Marx Rot danach gegen die gesamte neu gebildete Regierung, was bei allen von der Fraktion der Guten größte Wonnegefühle und Freudentänze auslöste. Gesagt getan! Die zivilisierter auftretende Kornblume, die vom jetzt Ex-Jungspundkanzler weggeputscht wurde, schloß sich dem Antrag an. Es wurde mit Hilfe erstgenannter Parteien und der nun beleidigten Leberwurst von Ex-Partner die gesamte Regierung weggesprengt. Ein Bomberl!

Das salatblattfarbene Staatsoberhaupt administrierte gelassen den Ballerwatsch und sprach von der Eleganz der österreichischen Verfassung, was die Verfassung sicher entzückt hat. Er hätte aber auch bereits nach der Ankündigung des Jungspunds versuchen können, die gar grausig zerstrittenen Fraktionen zu einer Aussöhnung zu bewegen und sie dazu zu überreden, die Legislaturperiode durchzudienen. Das wäre wahrhaftig elegant gewesen und zwar vom Staatsoberhaupt.

Offensichtlich mußte eine Regierung, die arbeitete, gute, richtige Ansätze und eine Mehrheit hinter sich hatte,  weggeputscht werden, die gewissen Strippenziehern nicht zupaß war, wobei diese nicht gänzlich in Österreich sitzen dürften. Kanzler Jungspund dürfte ihnen im Wort stehen.

Von jenen Strippenziehern werden wir gewiß nie etwas erfahren. Auch der Hintergrund für den äußerst seltsamen Zeitpunkt vor den Wahlen (das Schlammvideo ist zwei Jahre alt) und die Initiatoren der illegalen Videofalle werden nie ans Tageslicht gelangen. Die Guten und (Selbst)gerechten jubeln, Prawda kreischt vor Entzücken, tippt sich in Ekstase!

Die Präsidentin des obersten Gerichtshofs wurde zur Bundeskanzlerin, Experten aus Ämtern bilden eine Regierung wischiwasch-eh-tolerant-völkerwanderungsfreundlich-westeuropäisch wie unter Pizzaboy und Django, brav und devot den Strippenziehern gegenüber. Österreich wehrt sich nicht! Tanulok magyarul, učím se česky, denn wer weiß, wer weiß, was die mit unserem Land noch alles vorhaben…

2.6.2019

Bsoffenes Video oder Wer solche Nachbarn wie Deutschland hat, braucht keine Feinde mehr

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Am Freitag, den siebzehnten Mai zwotausenundneunzehn, platzte eine Bombe. Vor mehr als zwei Jahren wurde auf der Nobelinsel Ibiza der jetzt ehemnalige und damals noch nicht Vizekanzler sowie sein Adlatus in eine Villa gelockt, die mit Kameras verwanzt war.

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/2010133-Ibiza-Affaere-Was-bisher-geschah.html

Müßig, das Gelalle zu wiederholen. Aufgenommen vor zwei Jahren und a bissl was, veröffentlicht in zwei Prawdas des nördlichen Nachbarlandes vor wenigen Tagen. Knapp vor der Wahl zum obersten Sowjet zu Brüssel. Seltsam? Aber so ist es geschehen. Rücktritte erfolgten. Um diese zwei Vollpleampel ist es nicht schade. Wie kann man nur in so eine Falle tappen?

Wer die Villa wohl verwanzt hat? Waren es die hiesigen Guten und (Selbst)gerechten? Eher nicht. Oder ein Geheimdienst von nah oder fern? Könnte sein. Eines steht jedoch fest: daß das nördliche Nachbarland, seine politisch überkorrekten, sauren Fincherchen im Spiel hatte. Ein für dortige Verhältnisse mittelmäßiger und für hiesige Standards völlig langweiliger Professioneller im Gewerbe des Pseudolustigen, der offenbar zu Haue zu wenig anschaffen konnte, machte bei der Verleihung eines Preises, den ihm österreichischen Kunden für seine Dienstleistungen verliehen, Andeutungen einseitigster Natur. Wer das Video schlußendlich der Prawda im Land nördlich von uns zugespielt hat, weiß man nicht. Man wird es wahrscheinlich nie erfahren, wie man nie erfahren wird, wer die Villa verwanzt und die schlammige Geschichte eingefädelt hat.

Und nun, Österreich? Die Enttäuschung bei vielen Wählern sitzt tief, sehr tief! Das Vertrauen ist gebrochen. So etwas darf ganz einfach nicht passieren. Viele werden bei den Wahlen zu Hause bleiben. Man erwartet sich, daß Politiker sich nicht wie postpubertierende Halbstarke aufführen und in so eine plumpe Falle geraten. Gerade Politiker einer Partei, die von allen Seiten angegriffen wird, der jedwede noch so kleine Verfehlung angekreidet und dann von Prawda hochgeschaukelt wird, müssen wesentlich untadeliger sein als die Vertreter der derzeit herrschenden Kaste, die besteht nun einmal einzig aus den Guten und (Selbst)gerechten. Prawda jubelt, auch die mit Zwangsgebühren am Leben erhaltene Propagandaschleuder der herrschenden Kaste. Sogar das salatblattfarbene Staatsoberhaupt. Das Zentralkomitee zu Brüssel jauchzt vor Entzücken.

Wären es rein österreichische Akteure gewesen, die das Video zuspielten, veröffentlichten könnten wir unseren handfesten Skandal abarbeiten. Dies war aber nicht der Fall! Der Zeitpunkt und Medium der Veröffentlichung wurde vom Ausland gesteuert, wobei es unverfrorendste, äußerst ungehörige Wortmeldungen der versuchten Einmischung von Parteien aus genanntem Nachbarland gab. Wir Österreicher sollten nie vergessen, daß eine doch irgendwie funktionierende Regierung vom Ausland, aus jenem Nachbarland, unter Mitwirkung oder gänzlich gesteuert zu Fall gebracht wurde. Ebenso sollten wir nicht vergessen, daß die Völkerwanderung zwotausendundfünfzehn auf Einladung seitens der in jenem Lande herrschenden Raute über den gesamten Erdteil hereinbrach.

Wir Österreicher sollten allerdings auch nie Vergessen, daß es diese zwei Vollpleampeln aus unsren Reihen waren, die sich in diese plumpe Fallen haben locken lassen und blunznfett reingetappt sind, auch welche Auffassung sie von Eigentum, sowie Güter in staatlicher Obhut, vom Gut der Allgemeinheit, wie unser kostbares Wasser, haben. Die grobe Kornblume konnte nie wirklich abgelegt werden. Es ist keine Partei mehr guten Gewissens wählbar. Österreich sollte sich dessen gewahr sein, daß das repräsentative System dieser Nicht-mehr-Demokratie völlig am Ende ist und nur mehr der Weg ins plebiszitäre System die Demokratie hier retten wird können. Weiters muß Österreich sich an die Länder von Visegrád annähern. Es wären die einzigen Verbündeten, die Österreich haben könnte. Was wir von Westeuropa bekommen, haben wir soeben erlebt. Ansonsten hat Westeuropa bestenfalls Herablassung für uns übrig. Die zwei bsoffenen Pleampel haben uns in etwas reingeritten, zwei Jahre nach ihrem Saufgelage. Eigentlich eine Komödie, wenn es nicht so traurig wäre.

(c) Fluchtachterl, 205.2019